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Erst gurten, dann starten

07. Juli 2008 um 20:31 Uhr | Radio | Kein Kommentar | 456x gelesen

Grafschafter Verkehrssicherheitstag: Simulation eines Baumunfalls
Am vergangenen Wochenende fand auf dem Neumarkt in Nordhorn der Grafschafter Verkehrssicherheitstag statt. Für die Ems-Vechte-Welle war ich mit dabei – hier der Beitrag zum nachhören.

Nachfolgend das Ganze in Textform. Oder wer nur Fotos sehen will – hier entlang.

Simulierter Baumunfall: Das Auto hängt in 20 Meter HöheEin Auto hängt an einem großen Kran. Dann: Freier Fall aus 20 Metern Höhe. Die Simulation eines Baumunfalls.

Autoaufschlag

Notfallseelsorge: Alles nur eine ÜbungEin lauter Knall, Glas splittert, Metall bricht. Der seitliche Aufschlag auf dem Baumstamm kommt einem Verkehrsunfall bei Tempo 70 gleich. Das Auto: Völlig deformiert, nur noch Schrottwert. Die Insassen hätten kaum Chancen gehabt, den Crash zu überleben.

Durchsage „Notarzt“

Rettungsmaßnahme: Die Feuerwehr setzt den Spreizer einDie Retter rücken an und bearbeiten das Wrack mit Spreizer und Rettungsschere. Matthias Kühlmann ist Ausbilder bei der Freiwilligen Feuerwehr Nordhorn.

In erster Linie war es für uns wichtig, dass wir simulieren, was in so einem Einsatz ablaufen könnte. Das erste, was wir gemacht haben, war die Rettungsöffnung zu schaffen, indem wir eben die Fahrertür raus genommen haben und eben die hintere Beifahrertür. Des Weiteren – für den Fall, dass der Fahrer schwerste Verletzungen an der Wirbelsäule etc. oder am Schädel oder sonstiges hat – haben wir das Dach abgenommen, um eben den Patienten größtmöglich schonend aus dem Fahrzeug zu befreien.

Polizeipräsenz: Ein kleiner Junge testet das EinsatzmotorradDer simulierte Baumunfall ist der Höhepunkt des ersten Grafschafter Verkehrssicherheitstages. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Polizeikommissariat Nordhorn, dem Landkreis Grafschaft Bentheim und der Stadt Nordhorn. Das Ziel: Die Bevölkerung informieren und über Risiken aufklären. Edgar Eden ist Polizeikommissar in Lingen.

Wir wollen die Verkehrsunfallzahlen senken, wir wollen uns publik machen, wir wollen die Ansprechpartner, die es gibt, wollen wir hier präsent aufstellen und hoffen dadurch, dass bei einigen auch das Bewusstsein eintritt, jetzt doch am Straßenverkehr teilzunehmen und nicht unbedingt den Max raushängen lassen, so wie man auf gut Deutsch bei den Jungs sagt.

Aufprallwirkung: Schon bei 10 km/h ist ein Sicherheitsgurt erforderlichDie Angebote auf dem Verkehrssicherheitstag sind aber nicht nur zum zuschauen, sondern auch zum mitmachen gedacht. Mutige können auf einem Sitz die Wirkung von Sicherheitsgurten bei einem Unfall mit 10 Kilometern pro Stunde am eigenen Leib erleben.

Test Sicherheitsgurt

Überschlagssimulator: Polizist Reinhard Gels gibt praktische Tipps zur SelbsthilfeGleich nebenan lädt der Überschlagssimulator zum einsteigen ein. Ein Kleinwagen dreht sich langsam auf den Kopf. Die angeschnallten Insassen müssen sich ohne fremde Hilfe aus dem Fahrzeug befreien. Reinhard Gels, Verkehrssicherheitsberater bei der Polizei Meppen, gibt praktische Tipps.

Ich muss meine Hand über den Kopf nehmen, meinen Körper in den Sitz hineindrücken leicht und die andere Hand löst das Gurtschloss. Aber: Dann kommt die Erdanziehungskraft und ich poltere rum. Das ist für viele ein abschreckendes Beispiel, weil sie dann Angst haben nach dem Motto: „Ich könnte mir ja meinen Nacken brechen“. Kann man nicht. Kann man schon, wenn man nicht aufpasst, aber die Gefahr ist in dieser Sache nicht groß.

Bei einer Simulation geht natürlich alles viel einfacher als in der Realität. Da kommt schnell Panik auf. Doch hier hilft nur eins: Ruhe bewahren.

Wichtig ist, dass man die Übersicht behält. Nach einem wirklichen Crash draußen. Cool bleiben. Und versuchen alles und was da drin oder wer da drin ist, rauszukriegen. Das ist wichtig.

Gähnende Leere: Nur weniger Besucher sind gekommenDie Verkehrsexperten von der Polizei geben viele Tipps. Aber trotz der zahlreichen Angebote und des schönen Wetters bleibt die Besucherzahl weit unter den Erwartungen. Und das ist schade. Denn allein im letzten Jahr gab es bei uns in der Region über 9000 Unfälle mit knapp 500 Schwerverletzten, 52 Menschen kamen ums Leben. Und damit ist Verkehrssicherheit ein Thema, das jeden interessieren sollte.

(Mehr Fotos vom Verkehrssicherheitstag gibt es im Fotoalbum)

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